eReader sind heute das, was Handys vor 12 Jahren waren

Juli 16th, 2009 | Tags: , , , , , ,

Derzeit sind Ebookreader in der breiten Masse noch recht unbekannt und die, die davon mal gehört haben, denken in der Regel, dass es sich bei der Anzeige des eReaders um ein gewöhnliches LCD Display handelt. Die Vorteile dieses neuen Anzeigemediums sind noch nicht zu den “Late Adaptors” durchgedrungen, aber das werden sie noch und der Hype wird kommen.

Meiner Meinung nach sind Ebook Reader heute das, was Handys vor gut 12-14 Jahren waren. Einige hatten eins, aber sie waren zu klobig, unpraktisch und waren nur zum telefonieren, also eher was für Businessleute die häufig unterwegs sind oder am Strand im Urlaub erreichbar sein müssen (man beachte die Ähnlichkeit zu heutigen Anwendungsfällen von eReadern ;) ).
Heutzutage ist das anders, so gut wie jeder hat ein Handy (oder auch zwei). Eine gleiche Entwicklung wie beim Handy, könnte sich auch bei den Ebook-Lesegeräten ergeben. Dazu muss sich natürlich technologisch noch einiges weiterentwickeln:

  • Nutzen des mobilen Webs: Noch nie war es einfacher, überall online zu sein. Auf der Parkbank, im Lieblingscafe, im Schwimmbad oder am Strand. Auch wenn einige eReader, wie zum Beispiel der Amazon Kindle, eine Drahtlos-Verbindung zu ihrem Service ermöglichen um neue Ebooks herunterzuladen, sind um die heutigen e-Reader immernoch dicke Mauern gezogen. Sobald die Ebook Reader nativ eine WLAN-Verbindung ins Internet ermöglichen, ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten (dazu in einem späteren Artikel mehr)
  • eReader-Apps wie beim IPhone: Das IPhone wäre ohne seine Apps lediglich ein Handy was schick aussieht und mit “Touch” bedient wird. Der wahre nutzen wird erst durch die riesige Anzahl an Apps ermöglicht. Sobald ein Anbieter seinem Ebookreader Apps spendiert (und sicher wird Apple mit seinem Reader der erste sein) wird der Nutzen des Geräts exponentiell. Die Apps wären auch der erste Schritt für die Revolution des Lesens und Lernens, aber auch dazu gehe ich in einem extra Artikel näher drauf ein.
  • Gebt das System frei! – auf den heutigen E-Readern läuft quasi ein Programm, eines mit dem man die Ebooks lesen kann. Das ist als würde man einen Computer kaufen, auf dem nur Word läuft oder ein Handy, mit dem man nur SMS verschicken kann. Diese neue Technologie muss viel offener sein, erst durch die Öffnung wird der wahre Nutzen ermöglicht, erst durch eine Öffnung, lassen sich Apps entwickeln. Natürlich wehren sich die großen gegen eine Öffnung ihrer Systeme, zu schnell könnten sich Veränderungen ergeben, die ihrer langsamen, statischen Natur gefährlich werden, dazu braucht es dynamische, kreative und experimentier-freudige Unternehmen wie Apple oder Google.

Hier noch 3 Szenarien, die ich mir für die Zukunft erhoffe:

  • Es ist 7:00 Uhr. Ein Mann im Anzug sitzt im Zug zur Arbeit, er startet seinen EReader. Über eine App läd er sich eine Link-Liste der letzten 24 Stunden zum Thema Aktien herunter. Er markiert die interessantesten Themen und die Applikation läd die Internetseiten auf seinen EReader.
  • Ein Jugendlicher liest vor dem schlafengehen den 3. Teil des Foundation-Zyklus von Isaac Assimov (ein Muss für jeden SciFi-Fan!). Nach der letzten Seite erscheint ein Hinweis, der ihm direkt den Kauf des 4. Bandes ermöglicht
  • Lehrbücher werden zum virtuellen Unterricht, man kann Notizen an wichtigen Textstellen anbringen, Markierungen die über eine Liste schnell zugänglich sind (vor der Prüfung nochmal schnell die Formeln durchgehen), Fragen stellen (die wiederum von anderen Usern über ihren eReader beantwortet werden können), Anfragen für mehr/bessere Beispiele an den Autor/an andere User stellen und in kürzester Zeit eine Antwort erhalten.

Dies sind nur einige Ideen und wenn man drüber nachdenkt, sind die Grundlagen dafür da, jetzt muss es nur noch auf die Technik übersetzt werden. Wir können nur hoffen, dass sich diese Szenarien verwirklichen, dass würde in vielen Bereichen einige Vorteile bringen. Diese Szenarien stellen lediglich die Spitze des Eisbergs dar, sobald eine vernünftige Infrastruktur gegeben ist, sind die Möglichkeiten grenzenlos.

Wenn dir der Artikel gefallen hat, du einen Hinweis oder eine Ergänzung hast (vielleicht fallen dir ja auch ein paar Szenarien ein), dann schreib mir doch einfach einen Kommentar :)

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